Biosphäre Halligen

Die Biosphäre Halligen sind ein einzigartiges Wahrzeichen im nordfriesischen Wattenmeer und liegen vor der Küste von Schleswig-Holstein. Am bekanntesten unter den 11 Halligen sind die Halligen Gröde, Langeneß, Nordstrandischmoor, Oland und Hooge. Das Wattenmeer mit seinen Halligen vor der schleswig-holsteinischen Küste ist als Biosphärenreservat von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Halligen tragen auch den romantischen Namen „Schwimmende Träume“. Im Grunde sind Halligen aber nichts anderes als kleine, eingedeichte Inseln, die nur im nordfriesischen Wattenmeer vorkommen und nirgendwo anders auf der Welt. Die Deiche sollen die Halligen bei Sturmfluten vor Überflutung schützen. Die Häuser der Bewohner stehen auf sogenannten Warften. Darunter versteht man mit Kleiboden aufgeschüttete Hügel. Früher lebten die Bewohner der Halligen von dem, was das Meer hergab und was sie selber auf ihren Höfen erzeugten. Heute ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle der Halligbewohner.

Da die Halligen als natürliche „Wellenbrecher“ und damit als Schutz für die nordfriesische Küste gelten, ist es keine Frage, dass sie unter allen Umständen erhalten werden müssen. Darum werden die Besucher mit Wattwanderungen oder Führungen über die Salzwiesen für die Probleme der Halligen und des Küstenschutzes sensibilisiert. Ein gutes Beispiel für den Einklang von Mensch und Natur bietet die Hallig Gröde. Sie ist mit 17 Einwohner die kleinste Gemeinde in Deutschland und ist 277 Hektar groß. Die Besucher werden mit staubfreier, besonders jodhaltiger Luft geworben. Gäste können schwimmen, angeln oder durch das Watt wandern. Das Meer kann der Gast innerhalb von 3 Minuten erreichen. Leider gibt es zur Hallig Gröde keine feste Fährverbindung oder Dämmen. Die einzige Möglichkeit, dass Festland zu erreichen, besteht nur bei Flut. Dann legen auf der Hallig Gröde auch die Ausflugsschiffe an, die Tagestouristen bringen. Auf den anderen Halligen gibt es unterschiedliche Freizeitangebote. Die Halligen sind zum Beispiel ein beliebter Rastplatz für die Ringelgänse, die zu Tausenden jedes Jahr auf den Halligen einfliegen. Den Touristen und Tagesgästen der Halligen bietet sich ein einzigartiger Anblick dieser Gäste aus dem hohen Norden.

halligen tiere

Aber nicht nur die Ringelgänse sind eine Besonderheit, die die Halligen den Touristen bieten können. Sie haben durch die vorhandenen Salzwiesen eine außergewöhnliche Fauna und Flora entwickelt, die so nirgendwo zu finden ist. Besonders seltene Pflanzen wachsen nur auf den Halligen, die wie kaum ein anderes Gebiet Deutschlands den Naturkräften ausgeliefert sind. Hinzu kommt die faszinierende Geschichte der Halligen selbst und nichts verdeutlicht sie mehr, als sich vor Ort die Umstände zu betrachten. Immerhin sind von ursprünglich rund 100 Halligen nur noch 11 übrig geblieben. Einige der größeren Halligen wurden noch im Mittelalter durch ein Eindeichung an das Festland angegliedert. Andere wiederum sind von zahlreichen Sturmfluten zerstört worden. Der Überlebenskampf der Halligbewohner über die Jahrhunderte hinweg ist eine ähnlich spannende Geschichte, über die es sich vor Ort zu informieren lohnt.

Doch auch die Neuzeit bietet den Besuchern interessante Informationen, weshalb jeder Tourist auf jeden Fall eine geführte Wattwanderung mitmachen sollte. Das Wattenmeer ist ein sehr komplexes Ökosystem mit einer Vielzahl an außergewöhnlichen Bewohnern. Auch die Gezeiten können vor Ort anschaulich erklärt werden. Allerdings sollte sich niemand allein ins Watt wagen, da der Gezeitenrhythmus immer beachtet werden muss. Es gibt zahlreiche Aktivitäten wie Wanderungen auf den größeren der Halligen, wobei es auch geführte Touren über die Salzwiesen und ihre Besonderheiten gibt. Ebenso bieten sich hier Fahrradtouren an. Auch das Angeln hat eine sehr lange Tradition auf den Halligen.